Archiv der Kategorie: Halligflieder

Halligflieder 2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Er blüht wieder, der Halligflieder auf Gröde.
In diesen Tagen ist er in voller Pracht auf unseren Salzwiesen zu finden, wie immer am üppigsten und am schönsten in den tiefer gelegenen Landstücken und an den Kanten, dort wo die salzige Nordsee oft die Erde tränkt.
Ein paar Impressionen für Euch von einem wunderbaren Sommermorgen im Juli.
Viele Grüße, Jürgen und Sabine

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Halligfliederblüte 2016

D4X_0632Donnerstag, 4. August 2016

Die Halligfliederblüte auf Gröde ist in diesem Jahr wieder wunderbar üppig. Besonders in den tiefer gelegenen Teilen der Hallig, die oft überflutet werden, schauen wir in diesem Sommer über einen lilafarbenen Teppich, je nach Licht und Tageszeit hell oder kräftig leuchtend. Mir scheint, der Halligflieder blüht sogar reichhaltiger als im vergangenen Jahr — die vielen Landunter im Winter haben ihm sicher gut getan.
Herzliche Grüße von Gröde! Jürgen und Sabine

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Aufklärung

DSC_4411Donnerstag, 10. Dezember 2015

Immer nur rauschender Sturm und trübsinnig machender Regen ist nicht schön, auch auf Gröde nicht, obwohl wir es ja gewohnt sind und gelernt haben, damit umzugehen. Ich habe die vergangenen Tage genossen, denn sie zeigten klare Luft, einen klaren Himmel, eine klare Mondsichel und klare Farben. Ein Aufklaren zwischen den Stürmen dieses Herbstes.

Aufklärung düsterer Wetter, obwohl die Aufklärung mehr ein den Menschen betreffendes als ein Wetterphänomen ist, wo man vom Aufklaren redet. Das Wetter ist bekanntlich unabhängig vom Menschen, wenn man vom viel diskutierten Klimawandel als Folge der Industrialisierung absieht. Der Beginn der Aufklärung als geistesgeschichtlicher Strömung ist zeitlich sogar noch vor der Industrialisierung zu verorten und mit beiden ist der Beginn der Moderne als Epoche markiert: Rationales Denken, Emanzipation, Abbau von Vorurteilen u.a.. Die Aufklärung als Projekt der Moderne ist daher nicht antiquiert, sondern klingt auch für die heutige Zeit hoch aktuell: Emanzipation des Einzelnen, Mündigkeit und die Befreiung aus Abhängigkeiten.

Jedes Hellwerden am Morgen ist auch eine Art Aufklärung nach dunkler Nacht. Die Schafe beginnen ihren Zug über die Hallig auf der Suche nach Stellen schmackhaften Grases. Jetzt im Winterhalbjahr fressen sie auch gerne die Stengel des alten Halligflieders, die trotz der zahlreichen Landunter der vergangenen Wochen aufrecht stehen. Und wenn die Schafe mich sehen erinnern sie sich, dass ich meist etwas Futter in der Tasche habe und kommen zu mir. Bei ihnen ist es nicht weit her mit Emanzipation oder Aufklärung – Futter zieht immer!

Herzliche Grüße, Jürgen

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Herbstanfang

DSC_4063Mittwoch, 23. September 2015

Herbstanfang. Auch auf Gröde mit neuer Farbenpracht einhergehend. Queller und die Blätter des Halligflieders färben sich rot. Die Strandastern verblühen und die Nordsee schwemmt Unmengen Seegras an die Halligkanten.
Viel Freude mit ein paar Impressionen wünsche ich! Jürgen

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Ein Gruß an die SEEADLER auf der Fahrt nach Gröde!

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Die Abendsonne leuchtet eine Wahrheit in den stillen Himmel über dem stillen Meer zwischen Dir und mir.

Die Abendsonne leuchtet eine Wahrheit – in den stillen Himmel  – über dem stillen Meer – zwischen Dir und mir.

April

DSC_3536Samstag, 25. April 2015

Heute erwarten wir Regen. Was für eine Eröffnung einer kurzen Gröde-Meldung, denke ich selbst, und das am Wochenende, aber so schlimm ist das gar nicht, denn wir hatten einen wirklich sonnigen und trockenen April, wenn auch noch recht kühl: Das war richtig gutes Wetter für unsere Lammzeit.

DSC_3560In sichtbarer Veränderung begriffen ist jetzt die Vegetation. Überall zwischen dem alten Vorjahresgras sprießen die frischen, saftigen Halme, und an manchen Stellen sieht die Hallig schon richtig grün aus. An sonnigen, windgeschützten Stellen finden sich die ersten Strandnelken mit ihren rosa Blütenköpfchen. Die grau-hölzernen Stengel des Strandwermuts zeigen knospendes silbrig-weiches Leben, und der Halligflieder, die Bondestave, schiebt seine grün-roten Lanzetten durch die trockene Erde ins hellwärmende Frühlingslicht.
Der heutige Regen wird der Vegetation sehr gut tun.
Wünsche ein schönes Frühlingswochenende! Jürgen

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Februardetails

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In den „Februaransichten“ habe ich überwiegend Landschaftsfotos gezeigt mit der Gröder Weite im Februarsonnenlicht. Auf unserem Sonntagsspaziergang waren wir schließlich mittendrin und ein Teil der Landschaft, der Weite, ein Detail der Gröder Weite. Nur nicht mehr gemeinsam, da Sabine und die Hunde nach meinen ersten Fotos schon weit voraus gelaufen waren.

Ich hatte es gar nicht so sehr auf die schnellen Landschaftsfotos abgesehen, sondern suchte die Reste des Halligflieders, der Bondestave, vom letzten Sommer, die die Herbststürme und den kurzen Winterfrost überstanden hatten. Mich erfüllte eine Bildvorstellung von grauen, vertrockneten Blüten auf langen Stengeln, denen Wind, Wetter und Wasser zugesetzt hatten, vor altem Gras oder vor einem Priel hoch in den blauen Himmel ragend, ein bisschen Farbe neben den vorherrschenden Braun-Grau-Tönen. Doch um diese Vorstellung zu einem Foto zu machen, hätte ich Pan-Tau sein müssen: Mit den Fingern einen bestimmten Rhythmus auf die Melone trommeln, und schon könnte ich mit bester Perspektive in den Bondestavewald eintauchen. Ich tauchte zwar in meine Vorstellung ein, aber mir war nicht nach im Priel knien mit der Kamera vor dem Auge schräg nach oben vertrockneten Halligflieder vor blauem Februarhimmel zu knipsen.

Alle meine Versuche, die Bondestave von schräg oben oder bestenfalls auf gleicher Höhe, im Gras liegend, in Szene zu setzen, ergaben nur langweilige Bilder: Dunkelbraune Stengel vor hellbraunem Gras oder vor gelbbraunem Prielwasser … Unbefriedigt streift ich über die Salzwiesen, suchte nach anderen Motiven, bis mir plötzlich die Reflexe der Sonne auf den Pfützen in die Augen blinkten, weil ich nicht mit, sondern gegen das Licht schaute. Das war die Idee für diesen Tag: Vertrockneter Halligflieder vor Pfütze mit blauem Himmel und Reflexen.

Ich wählte eine weit offene Blende, um mit nur einer Rispe das Thema des Bildes anzudeuten. Der starke Wind schleuderte die Stengel aller Pflanzen vor der Linse hin und her und brachte viel Bewegung ins Bild, die sich gut in die beabsichtigte Tiefenunschärfe fügte, die sich durch die gestaffelten Reflexe bei der großen Blende noch deutlicher abzeichnete. So erhielt dieses Bild mit der restlichen Blüte der Bondestave nicht nur die Nähe des Details, sondern auch ein Stück Gröder Weite.

Etwas einfacher zu fotografieren war dieser alte Pfahl – er stand wenigstens fest im Wind.

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