Wind und Wasser

d4x_1619Montag, 21. November 2016

Der Wind blies. Das ist keine Neuigkeit, schließlich sind wir auf Gröde. Der Wind blies gestern. Und er nahm zu im Verlauf des Nachmittags. Der Wind blies stärker. Das war kurz nach dem Dunkelwerden, nachdem ich die Schafe auf den Deich geholt hatte. Der Wind blies stürmisch. Draußen im Schein unseres Wohnzimmerfensters bewegte sich die Ligusterhecke wild tanzend hin und her. Der Wind blies gewaltig. Eine Stunde lang, vielleicht auch ein wenig länger am Abend, jagte er ums Haus und brachte die Drähte des neuen Blitzableiters zum Heulen. Dieses Geräusch hatte ich lange Zeit nicht mehr gehört, denn so stark war noch kein Sturm in diesem Herbst gewesen, und vor einem Jahr hatten wir keine Drähte auf dem Dach. Logisch. Sabine und ich saßen in unserem Wohnzimmer und freuten uns über die neuen Fenster, die wir im August eingebaut hatten: Danke Domenik und Jonathan für Eure professionelle Hilfe! Wir hatten es schön warm und gemütlich, und das Vorbeisausen des Sturmes und das Gedonner der Böen war diesmal gar nicht so laut wie sonst die Jahre. Auch logisch.

Das Wasser stieg. Auch das ist keine Neuigkeit, schließlich liegt Gröde umgeben von Ebbe und Flut. Das Wasser stieg gestern. Logisch. Aber es stieg nicht viel, trotz des Sturmes. Nicht logisch. Das Wasser war schon mal stärker gestiegen. Das war in den Tagen zuvor gewesen. Auch in den Tagen zuvor hatte der Wind geblasen. Er hatte gar nicht wenig geblasen, immer mal wieder im Verlauf der vergangenen Woche sogar ordentlich geblasen. Er hatte aber nicht so stark geblasen wie am gestrigen Abend. Das Wasser war hoch gestiegen in den Tagen zuvor mit dem ordentlich blasenden Wind. Logisch. Das Wasser hatte die Gröder Salzwiesen überschwemmt, immer nur so eben gerade, aber eben doch überschwemmt mit salziger Flut, in den Tagen zuvor mit dem ordentlich blasenden Wind. Auch logisch. Das Wasser stieg und blieb gestern während des kurzen Sturmes. Es blieb einfach. Bei Flut überschwemmte es nicht die Gröder Salzwiesen, ließ aber die Ebbe nicht zu und blieb einfach stehen, bis zum nächsten Hochwasser, und umgab Gröde mit Flut ohne Ebbe. Oder höchstens mit einem bisschen Ebbe, die aber aussah wie Flut, fast wie Flut bei Ebbe. Logisch?

Viele Grüße von Jürgen auf Gröde.d4x_1633d4x_1623d4x_1639d4x_1626d4x_1635

Ein Gedanke zu „Wind und Wasser

  1. Berliner Schnupfnase

    Coole Bilder, wenn ich nicht gerade vor der heißen Heizung sitzen würde, dächte ick, ihr hättet jetzt ´nen Windhund, logisch? Ach jott, lang ist´s her, aber ick hatte ja in Logik ´ne 4.
    Danke Jürgen, für die wunderschönen Fotos und deinen anregenden Text! Trotz Wind im Hundefell und den Salzwiesen mit Flut- ohne Ebbewasser wecken die Aufnahmen wieder mal große Sehnsucht nach Halligland und -leuten. Ich kann zwar heute auch von Sonne in Berlin berichten, ansonsten jedoch nur von S- und Straßenbahnfahrten, allerdings ohne Fotos. Und davon macht definitiv Tom die allerbesten.
    Auf´m Brocken hat´s die Leute am Montag umgeweht. …da mussten doch wirklich welche trotz Orkan-Warnung hochwandern, …hab´ ich im rbb gesehen.
    … bin zufrieden, euch hinter dichten Fenstern im Warmen zu wissen.
    Fühlt euch umarmt & gegrüßt von einer Berliner Schnupfnase

    Antwort

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